Der saubere Hattrick der Kapuzenpullover

„Drei auf einen Streich“ möchte man da reflexartig zischen, denn der Hattrick ist vollbracht, Heidenheim ist Meister der Herzen, Meister der Schmerzen, Meister der ersten, zweiten und dritten Halbzeit.

Absonderlichen Presseberichten zufolge ist es den Ultras des 1. FC Heidenheims nämlich als erster westdeutscher Bengalen-Stamm offenbar gelungen, innerhalb von nur einer Woche gleich 3x durch das gezielte Abbrennen von Provokationen, in die Schlagzeilen zu geraten. Damit wird das Universum nun auf eine harte Probe gestellt.

Ein Bericht der XXXX, bekannt für ihre verrückten Fieberträume, hat einmal mehr bewiesen, dass sie die Kunst der objektiven Berichterstattung bestens beherrscht. Als Beweis für ihre weitreichende Professionalität schleuste sie zuletzt einen V-Mann (offenbar getarnt als Familienvater, CDU-Wähler, Fußballkenner und „Wetten dass…?“-Versteher) ins „Glory-Hole-Stadion“ nach Ulm ein, um dort von der Fußball-Partie zwischen dem SSV Ulm und dem 1. FC Heidenheim (beide 1846) berichten zu können.

Das Ergebnis ist ein 459 Zeichen umfassender Bericht über die dort entfachten „Schlägereien“ der befeindeten Fangruppen – (OK, im Ernst, wir haben nicht gezählt).

Laut diesem „Erlebnisbericht“, der nur unter dem Einfluss verschiedenster homöopathisch-konservativer Suchtstoffe verfasst sein kann, kam es im Verlauf des Fußballspieles zu etlichen Auseinandersetzungen zwischen den befeindeten Fanlagern (beide 1846), mehrfachem Abbrennen von pyrotechnischen Artikeln und einer langanhaltenden Vergewaltigung der ukrainischen Schiedsrichterin (Indian-Style).

Glaubt man auch den anderen Berichten des grotesken Fachmagazins kleinbürgerlicher Spießigkeit (XXXX), setzt sich das Fanpotential der Heidenheimer Fußballszene ausschließlich aus Hooligans und Alkoholikern zusammen, welche offenbar weder Respekt vor Zäunen, noch vor der Staatsmacht zeigen, welche auch ganz sicher nicht aus Reutlingen kommen und ständig das Mobiliar überbewerteter Kneipen zertrümmern.

Die Ultras aus Heidenheim, angeblich beteiligt an den epischen bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen in der KHW, gelten inzwischen als die Größte Bedrohung schwäbischen Blut und Bodens. Manch einer glaubt sogar, dass homosexuelle Bildungspläne weitaus weniger gravierende Folgen für das Gemeinwohl unserer Kinder hätten, als die Mitgliedschaft in entsprechenden Gruppierungen. So sollen weder pro-russische Aktivisten, noch Janukowitsch himself die Schüsse auf dem Maidan befehligt haben. Szenekenner sprechen von sehr belastendem Material und schweren Anschuldigungen gegenüber den Ultras aus Heidenheim.

Auslöser der gebetsmühlenhaften Schüttelpest gegen die Häresien der frivolen Ultra-Bewegung sind außerdem die verheerenden Erkenntnisse aus der Deflagrationsforschung und die saubere Schlussfolgerung der Redakteure, dass Fußball ja eigentlich nichts für Zuschauer sein könne.
Denn wie alles auf der Welt, besteht ein Fußball letztendlich auch nur aus elektromagnetischen Wellen. Bösen Wellen.

Am Beispiel „Heidenheim“ (1846), deutet sich mit fortschreitender Existenz besagter Ultra-Szene eine immer gefährlichere Verstoffwechselung an; denn die kleinen putzigen Ultras von vor fünf Jahren sind inzwischen eben auch fünf Jahre größer geworden, Pyrotechnik wird jedes Jahr um gefühlte 7.000° wärmer und Wörter wie „Blocksturm“ kehren plötzlich als gänzlich neues Element in den Wortschatz der regionalen Presse ein.

Nun ist es außerdem nun mal so, dass sich die Presse auf Polizeiberichte berufen möchte und obendrein gerne einfach ein paar haarsträubende Abenteuerberichte über Erlebnisreisen nach Ulm zu kreieren weiß und stets ganz genau ermitteln kann, wer zu welcher Zeit an der Demontage der KHW und des Gemüsestandes beteiligt war. Und da die ganzen Widerworte auf wenig Gehör stoßen, berufen wir uns ganz einfach selbst auf irgendwelche Berichte und feiern hiermit den ersten erfolgreichen Randale-Hattrick der Ultra-Szene.
Und überhaupt, als ob so ein dummer Gemüsestand immer ganz unschuldig wäre…

Gefahrengebiet Giengen a.d. Brenz Südstadt!

Mein Überlebenstrainier und Kontaktmann rät mir die Schutzweste anzubehalten. Selbst in vermeintlich ruhigeren Gebieten könne die Stimmung der latent aufgebrachten Bevölkerung schnell umschlagen. Nervös gehen wir nochmals die wichtigsten Instruktionen durch, bevor wir uns der Halbkreisstadt Giengen nähern. Gemäß der Empfehlungen des Mudschahid verinnerlichen wir die Niederschrift der aktuellen Sicherheitsvorschriften:

Vermeide möglichst Gespräche mit Anwohnern der Bürgerwehr; doch sollten sich diese nicht umgehen lassen, bleibe ruhig, spreche deutlich und auf hohem Niveau – besteht der geringste Verdacht, dass du eine psychische Krankheit haben könntest, besteht akute Lebensgefahr, der Giengener Mob (Stadtwappen Einhorn) ist in Lynchlaune.

Weiter im Text: Meide die Nähe zu Autos, spreche deutsch, halte dich an die Ausgangssperre, lasse dich nicht von süßen Teddybären oder selbsternannten Höhlenforschern aus dem Konzept bringen (fast 50% der Einwohner Giengens sind Höhlenforscher, Alkoholiker oder gar Steiftiere), füttere keine Tauben, und lasse – Gott behüte – niemals dein Auto unbeaufsichtigt.

OK, Walkie Talkie funktioniert, Uhrenvergleich, und los geht’s:
Wir rennen in gebückter Haltung durch den Rektum Giengens. Die Kämpfe halten schon seit einigen Monaten an. Auf der einen Seite die Krawallmacher, Hooligans, Psychopathen. Ständig beschädigen sie Autos, heuern dafür Marder, Ausländer und teilweise sogar Neger an. Nachts gehören ihnen die Straßen Giengens; die Staatsmacht schaut hilflos zu, wie Chaoten Unfrieden stiften, die Kehrwoche versäumen, den Bahnhof besprühen… Auf der anderen Seite agiert die Bürgerwehr, die Presse, die Facebook-Kommentare.

Wir dringen über die Ulmer-Straße ins Mordor Baden-Württembergs vor. Wir stehen knietief in abgerissenen Scheibenwischern, paralysierte Witwen beobachten uns von ihren Fenstern aus, an jeder Straßenecke patrouillieren Krankenpfleger mit entsprechenden Zusatzqualifikationen, bereit, auf offener Straße sofort mit der Elektrokrampftherapie zu beginnen, sollte jemand zu laut husten.
In der Esslinger Straße ist es dann soweit, durch unser Nachtsichtgerät – wir haben uns nicht an die nächtliche Ausgangssperre gehalten – sehen wir eine Katze vom Dach eines Autos hüpfen. Der Schwabe in uns spürt die Gefahr sofort. Kaum dass wir uns behände auf den Boden werfen können, sind schon die ersten Schreie zu hören. Katzenkampf! WTF!

Wir bleiben drei, vier, neununddreißig Minuten auf dem Boden liegen, wer vermag angesichts dieses Nervenkitzels schon die Zeit korrekt einzuschätzen? Gebannt beobachten wir die gentrifikationsferne Plattenbaufront vor uns. Haben wir nicht soeben ein Klirren wahrgenommen? Kam es nicht von diesen Häusern? Mein Verstand spielt mir offenbar Streiche, warme Pisse läuft mein Hosenbein herab. Es überschlagen sich meine Gedanken: Was ist, wenn ich nicht lebend aus Giengen rauskomme? Wer versorgt dann mein Goldfisch „Rocky“? Wer kümmert sich um den Frühjahrsputz?
Es ist 23.18 Uhr, die Panik schnürt mir die Kehle zu, ich zwinge mich zum Weiteratmen, mache mir selbst Mut, rede mir ein, dass ich das packe, dass ich nicht vor Michael Schuhmacher ins Gras beißen werde, dass es den Grüffelo gar nicht gibt, dass in Giengen möglicherweise auch normale Menschen wohnen… Schließlich kann ich mich beruhigen.

Doch mein Kontaktmann ist verschwunden. Als hätte ihn die Stadt einfach verschluckt kann ich nur noch seine Exkremente riechen.

Ich renne in gebückter Haltung zurück. Von weitem ist das kollektive Rülpsen irgendwelcher Böhse- Onkelz-Fans zu hören. Aha, die 90er sind hier also noch sehr präsent. Über Umwege rette ich mich auf den Schießberg. Obwohl ich kein Zeuge der obligatorischen Giengener Gewaltausbrüche geworden bin, bin ich glücklich offiziell dem Gefahrenbereich entkommen zu sein; doch auch hier im nördlicheren Teil der City finden sich immer wieder versprengte Provokateure, Milizen und Kontrollfreaks – nicht zu vergessen die Schwagebande, die erbärmlichen Reste des SC Giengens, die Drogenfahndung oder sonstigem Leberauswurf.
Es ist 0.00 Uhr. Ich versuche meinen Kontaktmann per Funk zu erreichen. Ich frage mich, wie viele Katzen nun wohl über die Regenbogentreppe laufen mussten. Ich nehme all meinen Mut zusammen und winke ein Taxi heran. „Bitte, bringen sie mich zurück nach Gerstetten“ sage ich, wische mir den Schweiß von der Stirn und lasse mich endgültig von hier abtransportieren.
Scheiß auf den Kontaktmann, war eh Bayern-Fan.
Und so ziehe ich abschließend ein letztes knappes Resümee:
Giengen, nie wieder! Das wusste bereits Hitler, denn er war nie hier.

Rommel

Glaubt man dem Chemie-Unterricht der Eugen-Gaus-Realschule, sollte man kein destilliertes Wasser trinken, wenn man nicht eines qualvollen Todes sterben möchte. Glaubt man dem Biologie-Unterricht der Adalbert-Stifter-Realschule, sollte man nach dem Verzehr von Kirschen und anderem Steinobst unter keinen Umständen jegliche Art von Wasser trinken, um sich nicht der Gefahr der totalen Erblindung auszusetzen. Glaubt man dem Musik-Unterricht des Schillergymnasiums, könnte man schnell der grotesken Annahme verfallen, dass jede Art von Wissen über diverse Musicals Teil der sog. Allgemeinbildung sei. Glaubt man dem Religionsunterricht der Gewerblichen Schule Heidenheim, der meistens gar nicht Religionsunterricht heißt, sondern Betriebswirtschaftslehre, könnte man die heiligen Statuten des ewig glücksversprechenden Kapitalismus für bare Münze halten – Wortspiel.

„Bildungsbezogene“ Verbrechen finden sich sicherlich als flächendeckende Pandemien auf den Planeten Melmac und Erde gleichermaßen, scheinen aber dennoch nicht überall in gleicher Intension aufzutreten. In Heidenheim stellt „Bildung“ eine Art Auto-Immun-Erkrankung dar. Denn dort streiten sich längst sämtliche Mythbusters bspw. über die ordnungsgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema „Geschichtsaufarbeitung“ – was an sich schon auf eine sehr infektiös anmutende Diskussion schließen lässt.

Geschichtsaufarbeitung In Heidenheim? In Heidenheim?
Das klingt irgendwie eher nach national-homöopathischem Revanchismus, als nach einem emanzipierten Assessmentverfahren zur Deutung geschichtlicher Ereignisse; uns dürfte angesichts einer solchen Geschichtsaufarbeitung klar sein: hier stinkt die braune Scheiße bis zum Himmel.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel nämlich, Nazi-General im zweiten Weltkrieg und tausendfacher Mörder mit unendlich barbarischen Nazi-Privilegien („Herr Rommel, ziehen sie doch einfach in diese schöne Villa ein, die hat einem Juden gehört“) pflügt noch Jahre nach seinem Tod die Hirne der geschichts- und bildungsinteressierten Vollpfosten zurecht. Ein großes Denkmal für Erwin Rommel thront am höchsten Fleck der Stadt Heidenheim und sorgt derzeit für großen Diskussionsstoff und ganz viele Lock-Pheromone, um auch die letzten vertriebenen Nazischweine zurück nach Heidenheim zu führen.

Ein Denkmal für einen Kriegsverbrecher? Ein Denkmal für ein Nazi? Dies könne man so nicht sagen, blöken gegenwärtig alle lokalen Schafe im Chor… Nein, formulieren wir es also lieber im Jargon des Heidenheimer Reflex-Euphemismus: Es ist ein Denkmal bzw. ein Denkanstoß für einen souveränen Heidenheimer Geschichtsunterricht.
Geschichtsaufarbeitung in Heidenheim bedeutet für die meisten Insassen der Stadt schließlich nur eines: Nicht alle Nazis waren Nazis, nicht alle Mörder waren Mörder und nicht alle Gedenksteine müssen so winzig und bedeutungslos im schnöden Schlamm verkümmern, wie das von Georg Elser.

Interessant im Zuge der Diskussion ist insbesondere der jüngste Appell zu einer besseren Geschichtsaufarbeitung, welcher paradoxerweise nicht von uns, sondern vom „Afrika-Korps“ selbst herangetragen wurde.
Das Afrika-Korps teilt unsere umfangreichen Bedenken bezüglich des mangelhaften städtischen Geschichtsunterrichts (wenngleich auf zutiefst gegenteilige Art und Weise), so „attestiert“ dieser der Stadt Heidenheim seit kurzem nämlich ebenfalls „ernsthafte Probleme mit der Aufarbeitung der Geschichte“…
Uff… Warum es noch heute eine Veteranen-Clique mit einer solchen Bezeichnung gibt bzw. warum es überhaupt irgendwelchen obskuren Wortführern erlaubt ist, im Sinne einer Identifikation mit dem Afrika-Korps Stellungnahmen (gleich welcher Art) zu verfassen, ist uns schleierhaft. Denn dies spricht im Grunde nämlich noch viel mehr für ein allgemeingültiges Versagen sogenannter „Geschichtsaufarbeitung“.

Nun ja, wir möchten an dieser Stelle unsere Kolben aus dem Mief nehmen und ganz beiläufig und abschließend mal erwähnen, dass es sich die Stadt Heidenheim mit Sicherheit selbst zuzuschreiben hat, wenn Denkmäler der Gattung Kriegs-Revisionismus nun einmal besonders häufig attackiert, verziert und verunreinigt werden. Und das ist auch gut so!

Heidencrime erklärt die Ultras

Eigentlich sollte man lachend vom Barhocker fallen. Deutschlands große Gehirne aus Politik und Soziologie und ihre perfiden Statistiken beweisen: Die „Ultra-Bewegung“ ist seit einigen Jahren die „größte deutsche Jugendkultur“.

Erschreckenderweise muss diese Feststellung größtenteils ernstgenommen werden, da sich Jugendliche meistens überhaupt keiner Identifikation mehr bewusst sind, sofern diese nicht mit der Wahl eines Musikgenres, eines infantilen Kleidungsstils oder dem albernen Heimatland in Zusammenhang zu bringen ist. Denn alle Formen der bekannten Identifikationsmuster werden für gewöhnlich bereits an der eigenen Kleidergarderobe ausgereizt.

Wer seinen Style gefunden hat, benötigt keine weiteren Orientierungsmerkmale mehr. Politisches Gedankengut entwickelt sich meist erst nach einer Inkubationszeit von mehreren Jahrzehnten, lange nach dem Sprießen der ersten Schambehaarung. Und dann? Geht man wählen! Gähn.

Da drängt sich das neue Zugehörigkeitsgefühl der Jugend, in Form eines postpubertären Schwarmverstandes, durch das manipulativ-oneiroide Anglotzen von Fußballspielen, geradezu auf. Das „Erlebnis Fußball“ konnte sich in den letzten Jahren zur mustergültigen Massenstimulanz emporhieven. Kameradschaft, Teamgeist, Bier und manchmal sogar Titten sind nunmehr nicht länger Ausgeburt der Bundeswehr oder der NPD, sondern ganz legales Volks-Sedativum.
Zu dumm, dass innerhalb der Ultra-Bewegung in Deutschland alle Partizipierenden so unendlich dumm sind.
Manchmal wird’s nämlich doch politisch – trotz kollektiver Übereinkunft, nicht politisch zu sein – und kausal logisch angesichts des biederen Lokalpatriotismus, durchaus besonders rechts orientiert.

In Heidenheim funktioniert die kindliche Interdependenz auf beschaulichster Kleinmasse ja eigentlich ganz gut. Kleine „Ultras“ wollen Große sein, Heidenheim will nicht Hoffenheim sein, die Polizei ist böse und Pyrotechnik ein absolutes Muss beim Betrachten schwitzender Schein-Millionäre. Denn ohne Pyrotechnik im Stadion ist es ungefähr so, wie ohne Kickschuhe an Silvester.
Heidenheim durchlebt derzeit mittels seiner 480 Fußballfanclubs 200 Jahre Tradition in nur 5 Jahren. Die lokale Fanszene erinnert immer mehr an die rapide Zellteilung von Salmonellen.

Dass der eigene Größenwahn mancher Ultras geradewegs ins Verderben führen kann, mussten schon andere Stämme im Laufe der Geschichte schmerzlich einsehen – vgl. Games of Thrones. Die Gruppierung „HSU“ (Hellenstein-Ultras), Paradebeispiel für den kollektiven Hirntod, machte in den vergangenen 2 Monaten gleich 2x die Erfahrung, dass man nicht so einfach geschoren davon kommt, wenn man sich mit den Black Jackets anlegt. Denn diese bestehen weiterhin auf den Anspruch, Heidencrime nach allen Regeln der patriarchen Kriegsführung alleine „regieren“ zu dürfen. Und das klappt angesichts der heulenden Ultras ganz gut.

Gewalt

Ja ja, die Gewaltverherrlichung.

Gottes Wunder sind bekanntlich grenzenlos und unergründlich. Und Gewalt gehört zweifellos zu den interessantesten Eigenschaften, die Gott uns Menschen mitsamt Komplettpaket „Erbsünde“ in die Wiege gelegt hat.
Gewalt ist die perfekte Symbiose aus Topf und Deckel, sie ist geradlinig und spiralförmig gleichermaßen, sie ist Sender und Empfänger, Slender und Schlächter, Freud und Leid und letztendlich auch altes und neues Testament in ewig harmonischer Gegensätzlichkeit.

Warum hat Gott uns mit empfindlichen Weichteilen, mit Kehlköpfen und Kniescheiben, Glubschaugen und Hackfressen beschenkt, wenn er uns nicht gleichermaßen die Möglichkeit dazu gegeben hätte, entsprechende Bereiche des menschlichen Körpers im Strudel ewiger Litanei dahinsiechender Evolution zu schädigen oder gar zu zerstören?

Mitnichten hat Gott es nur gut gemeint.

Und so müssen wir dem kollektiven Entsetzen, das uns inzwischen sporadisch entgegengebracht wird, mit einem gutgemeinten Schulterzucken entgegnen.

Gewalt ist, wenn man trotzdem lacht.
In diesem Sinne, meldet uns Angriffe und Arschtritte aller Art.
Nicht nur Zuschauen, auch mal Zuhauen.